Mängelliste Knaus Wohnmobil SUN TI

Im Rahmen der Gastbeitragsserie über den Knaus SUN TI gingen zahlreiche Rückfragen zu den aufgetretenen Mängeln am Knaus SUN TI 700 MEG Platinum Selection ein. Nachfolgend findet sich eine Übersicht aller bisher vom Fahrzeughalter festgestellten Mängel sowie eine gesonderte Auflistung der besonders gravierenden beziehungsweise funktionsbeeinträchtigenden Beanstandungen.

Hinweis: Der nachfolgende Bericht gibt die Erfahrungen eines Fahrzeughalters wieder. Die geschilderten Mängel, Ursachen und technischen Zusammenhänge werden von uns nicht überprüft.

Erfahrungsbericht: Mängelliste Knaus SUN TI Wohnmobil

Ausgetauschte Teile innerhalb der Gewährleistung

Vorab eine Auflistung der Teile, die bereits an unserem Knaus SUN TI ausgetauscht wurden:

  1. Garagentürschloss
  2. Gaskastentürschloss
  3. Obere Küchenschrankklappe
  4. Seitenscheibenverdunklung Beifahrerseite
  5. Badtür
  6. Fensterdoppelrollo und Rahmen Schlafraum Fahrerseite
  7. Beide Kleiderstangen
  8. Toilettenspiegel
  9. Sitzpolster Einzelsitz
  10. Geruchsverschluss mit Verbindungsrohr
  11. Küchenschranktür unter der Spüle
  12. Magnethalterung Frontscheibenverdunkelung
  13. Seitenleiste Bett Beifahrerseite
  14. Linke Duschtür
  15. Sky View Panoramafenster
  16. Dachhimmel um SkyView Panoramafenster und Midiheki
  17. Lattenrost Beifahrerseite
  18. Matratze Beifahrerseite
  19. Decke Heckgarage / Bettplatte Beifahrerseite
  20. Wasserhahn Küche, bereits 2 mal ausgetauscht
  21. Wasserhahn Bad
  22. Lattenrost Fahrerseite
  23. Abdeckung Rücklehne Sitzbank / Zweites TV-Fach
  24. Truma Bedienpanel
  25. Heckgaragentür Fahrerseite
  26. Heckgaragentür Beifahrerseite

26 Teile wurden also inzwischen ausgetauscht.

Von diesen 26 Teilen können inzwischen 4 Teile erneut ausgetauscht werden, da der Mangel wieder aufgetreten ist (Ursache nicht behoben).

Insbesondere hervorzuheben ist der Blasen bildende Dachhimmel und der Küchenwasserhahn bei dem der Microschalter immer wieder kaputt geht. (Laut diesem Kommentator ist es wohl das Kabel, das bei jeder Betätigung des Wasserhahns gebogen wird und somit nach einiger Zeit bricht.)

Weiterhin sind noch 6 Teile auszutauschen, die bisher noch nicht ausgetauscht wurden:

  • Undichter Radkasten Beifahrerseite
  • Undichter Radkasten Fahrerseite
  • Decke Heckgarage / Bettplatte Fahrerseite
  • Füllstandsanzeige Toilette
  • Ballustrade Fahrerhaus
  • Frischwassertankverschluss

Damit kämen wir auf eine Summe von 36 Teilen im Wohnmobil, die ausgetauscht wurden oder noch ausgetauscht werden müssen.

Funktionsbeeinträchtigende Mängel im Knaus SUN TI

Hier nun die wesentlichen und unserer Meinung nach gravierendsten Mängel, die auf jeden Fall die Funktion des Wohnmobiles beeinträchtigen:

  • Feuchtigkeit/Wassereintritt in der Heckgarage: Bei Regen auf nasser Fahrbahn läuft das Wasser über die beiden Radkästen in die Heckgarage unter die Alu-Bodenverkleidung
  • Feuchtigkeit an Heckinnenwand der Garage
  • Schimmelbildung auf den Bettplatten (Decke Heckgarage) und dem Lattenrost
  • Überhitzung der Truma Combi 6 bei Erwärmung des Warmwassers / Heizung
  • Komplettausfall Truma Bedienpanel
  • Fehlerfunktion Frostschutz: Wasserablass, obwohl Heizung angeschaltet ist
  • Undichtes SkyView Panoramafenster
  • Frischwassertank undicht
  • Doppelter Abwasserrohrbruch beim Geruchsverschluss
  • Defekter Microschalter des Küchenwasserhahns
  • Aufbautür lässt sich zeitweise von innen kaum öffnen, da verklemmt
  • Sehr laute Knack- und Klopfgeräusche im Heckbereich bei Temperaturveränderungen, an Schlaffunktion ist dann nicht mehr zu denken

Sogenannte „Bagatellmängel – auch bei einem VW Golf?

Dann gibt es noch Mängel, die der ein oder andere Anwalt von Knaus Händlern gerne als lästige „Bagatellen“ bezeichnet. Wir wäre es, wenn wir diese Bagatellen in einem normalen VW Golf vorfinden würden?

  • Lack platzt innerhalb eines Jahres an mehreren Stellen der Heckgaragentüren ab
  • Rückfahrkamera spiegelverkehrt
  • Fussbodenübergang zum Fahrerhaus wölbt sich nach oben
  • Aussenverkleidung Übergang Fiat zum Aufbau rattert bei leichtem Seitenwind und Geschwindigkeiten ab 80 km/h
  • Knarzgeräusche im Bereich der B-Säule, Verkleidung löst sich teilweise ab
  • Keine Heizungsfunktion im Schlafbereich, durch die Warmluftausströmer kommt keine warme Luft heraus
  • Grosse Luftblasen (26 x 28 cm) im Dachhimmel, Verkleidung um Panoramafenster und Midi-Heki
  • Verkleidung um Panoramafenster lose und damit laute Quietsch- und Knarzgeräusche während des Fahrens
  • Kühlschranktür kann nicht ganz geöffnet werden, da Abdeckklappe hinter der Sitzbank zu weit in den Raum hinein gesetzt wurde
  • Seitenfenster Sitzbereich und Schlafbereich fahrerseitig nicht dicht
  • Schranktür unter Kühlschrank schliesst nicht und klappert beim Fahren
  • Schranktür unter Spüle schliesst nicht und knallt bei Linkskurven auf
  • Gefrier-/Kühlschranktüren schliessen nicht und knallen bei Rechtskurven auf
  • Fensterdoppelrollo Schlafraum verhakt sich beim Öffnen und Schliessen
  • Verkratzter Toilettenspiegel
  • Verkratzte Duschtür
  • Abgesplitterte Holzbettleisten
  • Verzogene Badtür
  • Küchenschrankklappe lässt sich nicht vollständig öffnen, schleift an Küchenwand
  • Eingerissene Polsternähte
  • Schloss der Garagentür auf der Beifahrerseite schliesst nicht
  • Seitenscheibenverdunklung (Faltrollo) schwer zuzuziehen und verknickt, da die Führungsschiene zu tief sitzt
  • Schloss der Gaskastentür klemmt
  • Verrostetes Blech unterhalb Dieseltankeinfüllung
  • Lenkradschiefstand
  • Ölstandsanzeige fehlerhaft
  • Verrostete Kleiderstangen
  • Seifen-/Duschgelhalterung an einer Seite abgelöst
  • Füllstandsanzeige Toilette funktioniert nicht
  • Temperaturanzeige Aussenthermometer funktioniert nicht, wenn geheizt wird
  • Zierleiste rechts neben Küchenfenster löst sich ab
  • Fehlende Nase am Wasserhahnhebel im Bad, fällt dadurch ab

Bei einem Golf VW würden wir doch spätestens jetzt denken, das ist kein Neufahrzeug mehr, oder? Gemäss Knaus Händler, Südsee Caravans, scheinen diese Mängel im Knaus SUN TI jedoch normal zu sein.

Inzwischen sind wir es leid, immer wieder die gleiche Pauschalaussage von einigen Knaus-Vertagshändlern und deren Anwälten zu hören:

„Bei einem Reisemobil handelt es sich schließlich um ein Fahrzeug, das aus mehreren tausend Einzelteilen per Hand zusammengefügt wird.“

Das komplexe Produkt „Wohnmobil“

Ja, ein Reisemobil ist ein komplexes Produkt. Aber ein Flugzeug oder ein Schiff ist ebenfalls hochkomplex. Dort akzeptiert auch niemand, dass sich Bauteile nacheinander lösen, Konstruktionen undicht sind, Teile brechen oder wesentliche Funktionen nicht zuverlässig arbeiten. Komplexität kann und darf, aus unserer Sicht, keine Rechtfertigung für mangelhafte Konstruktion oder unzureichende Fertigungsqualität sein.

Wenn die Vielzahl der Einzelteile tatsächlich als Problem gesehen wird, dann gibt es unserer Meinung nach, zwei konsequente Wege: Entweder man vereinfacht Konstruktion und Prozesse oder man stellt durch geeignete Qualitätsstandards und Kontrollen sicher, dass die Ausführung den Anforderungen entspricht. Alles andere ist keine Erklärung, sondern eine Ausrede.

Die Verantwortung liegt beim Hersteller

Das Problem liegt nicht in der Komplexität eines Produkts. Entscheidend ist vielmehr, ob der Verursacher Verantwortung für sein Handeln übernimmt – also der Hersteller für sein Produkt und dessen Fertigung.

Nach unseren bisherigen Erfahrungen sowie nach dem, was wir inzwischen von vielen anderen Betroffenen hören und lesen, entsteht bei uns der Eindruck, dass die Knaus Tabbert GmbH diese Verantwortung nicht in letzter Konsequenz übernimmt. Stattdessen wird nach unserer Wahrnehmung ein erheblicher Teil der Verantwortung zunächst an das Händlernetzwerk und letztlich an den Endverbraucher weitergegeben.

Ein Hersteller sollte jedoch klar und verbindlich hinter der Qualität seiner Produkte stehen – insbesondere dann, wenn Mängel auftreten.

Wie verhält es sich mit Qualitätsendkontrollen?

Vor einiger Zeit äußerte ein Wohnmobilbesitzer uns gegenüber folgende Einschätzung:

„Eine konsequente Endqualitätskontrolle beim Hersteller würde vermutlich einen 90% der vorhandenen Mängel aufdecken. Der Endverbraucher entdeckt hingegen oft nur ca. 10% dessen, was tatsächlich an Mängeln vorhanden ist.“

Sollte diese Einschätzung zutreffen, würde sich daraus eine kritische Frage ergeben: Wird die Endkontrolle beim Hersteller mit der gebotenen Sorgfalt durchgeführt – oder werden erkennbare Qualitätsrisiken bewusst oder zumindest billigend in Kauf genommen?

Denn eines ist klar: Jede nicht ausreichend durchgeführte Qualitätsprüfung verlagert das Risiko möglicher Mängel faktisch auf den Käufer. Der Kunde wird damit unfreiwillig zum letzten Glied der Qualitätskontrolle.

Wir stellen daher die berechtigte Frage, ob hier wirtschaftliche Erwägungen über die konsequente Sicherstellung der Produktqualität gestellt werden? Sollte dies der Fall sein, geschähe dies zulasten der Käufer von Wohnmobilen und Wohnwagen.

Eine ordnungsgemäße Endkontrolle ist, unserer Ansicht nach, keine freiwillige Serviceleistung, sondern Bestandteil der geschuldeten Leistung und Ausdruck der Verantwortung eines Herstellers gegenüber seinen Kunden.

Wer seine Mängelliste ebenfalls veröffentlichen möchte, kann uns diese gerne hier senden. Je mehr öffentlich wird, desto grösser die Chancen, dass die mangelhafte Qualität nicht mehr auf die Endkunden abgewälzt wird.

2 Kommentare

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  1. Hallo,
    ich wundere mich darüber, was Wohnmobilisten mit sich machen lassen, dieser Zustand wäre für mich unhaltbar, das Fahrzeug hätte ich gewandelt!
    Scheinbar hat Knaus massive Qualitätsprobleme, und wenn ich das hier alles so lese gibt es keinen Grund ein Fahrzeug von Knaus zu kaufen, elemtare Dinge laufen schief, man stelle sich mal vor einen neuen PKW in einem solchen Zustand zu erhalten, das würde doch niemand akzeptieren!

  2. Bei meinem Knaus Sport TI 650 MG habe ich beim Fahren so laute Knarrgeräusche, dass die Leute auf der Straße stehen bleiben. Die Blattfedern wurden geschmiert, aber schon nach kurzer Zeit die gleiche Sch….
    Bei 90.000 km Lenkgetriebe kaputt musste erneuert werden. stationäres Ladegerät für die Aufbaubatterie defekt, nicht ging mehr. Dachfenster klappert beim Fahren, Beide Heki klappern beim Fahren, Abwassertank stinkt immer.
    Bei einer Achsvermessung nach dem Einbau des neuen Lenkgetriebes wurde festgestellt, dass irgendwann vorn eine neue Achse eingebaut wurde. (evtl. Unallschaden) Folge wohl das defekte Lenkgetriebe, vorher schon ein massiver Bremsschaden, der hätte lebensgefährlich werden können) Dachgaube ist undicht. Das Fahrzeug habe ich bei einem Knaus Vertragshändler gebraucht gekauft, vom Händler als Fahrzeug aus 1. Hand angeboten. War allerdings kurz als Mietwagen im Einsatz.
    Schon bei Abholung des Wohnmobils flogen uns auf der Autobahn die Dichtungsleisten rundum entgegen. Die wurde notdürftig repariert. Dann mussten nach 100 km die Glühkerzen gewechselt werden und die Werkstatt benötigte fast 2 Wochen für diese Reparatur. Dann wurde festgestellt, dass die Reifen eine Sägeprofil aufwiesen und es mussten neue Reifen ausgezogen werden. Dann wurde der massive Schaden in der Bremsanlage des vorderen Rades links festgestellt. Kosten fast 700 €. Diese Kosten wurden allerdings nach Androhung der Einschaltung eines Anwalts vom Händler übernommen. So kam eines zum anderen. Wir haben mit diesem Fahrzeug nur Ärger gehabt. So kam es heute zum Punkt, dass festgestellt wurde, dass evtl. ein Unfallschaden vorgelegen hat, weil die Achse erneuert wurde. Ein solcher Unfall konnte ursächlich gewesen sein, für die defekte Bremsanlage und nun für das defekte Lenkgetriebe. Wir sind dann beim Händler vorstellig geworden, der uns dann mitteilte, er wüßte von nichts und wollte mit uns als Kunden nichts mehr zu tun haben. Wir würden uns nur über ihn aufregen und hätten keinen Grund uns aufzuregen. Wie gesehen, so gekauft! Das muss man sich bieten lassen.
    Wir meinten dann noch, wenn wir das FAhrzeug weiter verkaufen wollten, müssten ja wohl einen evtl. Unfallschaden angeben. Darauf kam dann die Antwort, wenn der Käufer nicht fragt, muss man ja auch nichts sagen!!!
    Uns fehlen nun erst einmal die Worte, werden aber doch prüfen lassen, ob ein Unfall den Einbau der Achse nötig gemacht hat. Wir würden keinen Knaushändler wie diesen wieder für einen Neukauf aufsuchen. Für 35.000 € kann man doch wohl ein funktionierenden Fahrzeug erwarten. Jetzt ist die Gewährleistung abgelaufen und wir sind beim Händler von jetzt an unerwünscht