Kürzlich wurde in den Kommentaren auf dieser Webseite folgender Satz gepostet:
„Ich finde die Webseite gut. Vielleicht hat man gemeinsam noch mehr Chancen, wenn man an die Presse geht.“
Wann berichtet die Presse?
Dieser Gedanke ist absolut nachvollziehbar. Auf dieser Webseite berichten verschiedene Nutzer über ihre persönlichen Erfahrungen und über Probleme, die sie im Zusammenhang mit Produktion, Konstruktion oder Qualitätskontrolle bei der Knaus Tabbert GmbH schildern.
Eine journalistische Berichterstattung könnte dazu beitragen, diese Berichte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und gegebenenfalls weiter zu prüfen. In der Vergangenheit hat mediale Berichterstattung in unterschiedlichen Branchen dazu beigetragen, Missstände und Unternehmenspraktiken öffentlich zu beleuchten.
Unsere Gastbeitragsserie geht weiter, mit einigen Gedanken und Überlegungen zum Thema Wohnmobil-Rechtsstreit.
Hinweis: Der nachfolgende Bericht gibt die Erfahrungen eines Fahrzeughalters wieder. Die darin geschilderten Mängel, Ursachen und technischen Zusammenhänge werden von uns nicht überprüft.
Erfahrungsbericht: Wohnmobil Rechtsstreit, Klage, Urteil?
Der eine oder andere Käufer eines neuen Wohnmobils oder Wohnwagens der Marken Knaus oder Weinsberg dürfte bereits vor der schwierigen Entscheidung gestanden haben, einen Rechtsstreit mit seinem Vertragshändler zu beginnen. Manche befinden sich möglicherweise gerade mitten in einem solchen Verfahren, andere haben bereits Klage beim zuständigen Gericht gegen ihren Händler eingereicht – und in einigen Fällen liegt vielleicht sogar schon ein Gerichtsurteil vor.
Eines gilt jedoch in jedem Fall:
Ein außergerichtlicher Streit oder gar ein Gerichtsverfahren ist nichts, was sich der Käufer eines neuen Wohnmobils oder Wohnwagens jemals wünscht.
In unserem Fall hatten wir gehofft, dass der Händler, die Herstellerin und wir als Käufer eine gemeinsame Lösung für die zahlreichen und teilweise erheblichen Mängel finden könnten – idealerweise ohne einen Rechtsstreit. Wie wir bereits in früheren Beiträgen beschrieben haben, haben wir mehrfach das Gespräch sowohl mit dem Verkäufer als auch mit der Herstellerin gesucht.
Der einzige vorgeschlagene Lösungsweg seitens Händler und Herstellerin war jedoch eine Nachbesserung.
Eine Nachbesserung kann selbstverständlich eine sinnvolle Lösung sein – allerdings nur dann, wenn sie tatsächlich durchgeführt wird und den Mangel auch wirksam beseitigt. Scheitert eine Nachbesserung oder wird ein offensichtlicher Mangel – beispielsweise ein undichtes Wohnmobil – nicht einmal als solcher anerkannt, bleibt dem Käufer häufig keine andere Möglichkeit mehr, als den Rechtsweg zu beschreiten.
Immer wieder haben wir uns gefragt, was Mitarbeiter eines Knaus-Händlers oder Angestellte der Knaus Tabbert GmbH dazu veranlasst, Aussagen zu machen, die aus unserer Sicht nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen.
- Worin liegen die Ursachen dafür?
- Handelt es sich um Missverständnisse oder interne Kommunikationsprobleme?
- Wird möglicherweise versucht, Probleme herunterzuspielen, um nach außen hin ein besseres Bild zu vermitteln?
- Oder spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle – etwa der Druck im Arbeitsalltag oder die Sorge, berufliche Nachteile zu erleiden?
Klare Antworten darauf haben wir bislang nicht gefunden. Wahrscheinlich ist die Realität komplexer, und mehrere Faktoren greifen ineinander.
Für Wohnmobil-Käufer ist es oft ein Albtraum, sich durch das Dickicht aus Widersprüchen, Unterstellungen und aus ihrer Sicht unzutreffenden Aussagen zu kämpfen. Man hat doch eigentlich schon genug Belastung durch die mangelhafte Qualität des Fahrzeugs.
Und eines darf nicht vergessen werden: In den hier geschilderten Fällen handelt es sich nach Auffassung der betroffenen Fahrzeughalter um wesentliche Mängel, die die Sicherheit, Funktion und den Gebrauch des Wohnmobils ernsthaft gefährden können.
Und während man sich ohnehin schon mit den zahlreichen Mängeln, Widersprüchen, Unterstellungen und teilweise falschen Behauptungen auseinandersetzen muss, kommt noch ein weiterer, nicht minder komplexer Bereich hinzu: die rechtlichen Aspekte, über die sich ein Käufer informieren muss. Dazu gehören unter anderem:
- Garantie
- Gewährleistung
- Nacherfüllung und ihre rechtlichen Konsequenzen
- Nachbesserung durch einen Dritten
- Fristen und Fristsetzung
- Rücktritt vom Kaufvertrag
- Einholung von Sachverständigengutachten
- Klageschrift und gerichtliche Verfahren
- Vergleichs- und Güterichterverhandlungen
- und vieles mehr
Nach den Erfahrungen verschiedener Betroffener entstehen insbesondere zu Beginn häufig Unsicherheiten über die rechtliche Einordnung einzelner Gewährleistungsfragen. Ein häufiges Beispiel ist die Frage, wie oft ein Vertragshändler nachbessern darf.
Eigentlich könnte man fast eine Vollzeitstelle daraus machen, sich mit all diesen Themen auseinanderzusetzen. Manchmal kamen wir sogar ins Grübeln, ob wir selbst Jura studieren müssten, nur um den Überblick zu behalten – und das mit fast 50 Jahren!
Natürlich gibt es Anwälte, die in solchen Fällen unterstützen. Dennoch entstehen viele Fehler schon aus Unwissenheit, lange bevor ein Anwalt überhaupt eingeschaltet wird.
Als wir die Klageerwiderung der Beklagten vom zuständigen Gericht erhielten, hatten wir erneut die Möglichkeit zu reagieren. Dabei mussten wir mit 40 Beweisdokumenten die aus unserer Sicht fehlerhaften Darstellungen und insbesondere die Unterstellungen der Gegenseite vor Gericht entkräften.
Auf Grundlage unserer persönlichen Erfahrungen würden wir uns heute nicht erneut für einen Fahrzeugkauf bei diesem Händler entscheiden. Wer hier in Zukunft ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen erwerben möchte, sollte sich vor einer Kaufentscheidung sorgfältig informieren und verschiedene Erfahrungsberichte berücksichtigen. Unser persönlicher Eindruck war, dass unsere Situation und unsere Anliegen nicht in der Weise berücksichtigt wurden, wie wir es erwartet hatten und einige Mitarbeiter die Tragweite ihrer Arbeit möglicherweise nicht erkennen.
Unabhängig vom konkreten Einzelfall erinnert uns die Situation an ein bekanntes Zitat von Upton Sinclair:
„Es ist schwierig, von einem Menschen Verständnis für etwas zu verlangen, wenn sein Einkommen davon abhängt, dass er es nicht versteht.“
Wie siehst du das?
Glaubst du, dass Medien häufiger über wiederkehrende Gewährleistungs- und Qualitätsprobleme in der Caravaning-Branche berichten sollten? Oder reichen die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten aus? Teile deine Meinung und deine Erfahrungen gerne im Kommentarbereich.
